Es ist die schönste Jahreszeit in Mösbach: Wenn im Frühling die Bäume blühen, liegt das Kirschendorf buchstäblich im Blütenmeer. So wird auch der am nächsten Wochenende anstehende „Kirschblütenzauber“ die Menschen in großen Scharen ins Mösbacher Paradies locken – wenn es diese geniale Veranstaltung nicht schon geben würde, müsste man sie erfinden.

Doch die Mösbacher Idylle hat auch einige Kratzer. Im Dorf rumort es gewaltig. Da ist das Neubaugebiet „Bühli“, mit dem man einfach nicht vorankommt, dann gibt es Probleme mit dem Geländekauf für den Bau von Radwegen – für allerhand Gesprächsstoff ist gesorgt. Die Ortschaftsräte grollen in Richtung Achern, sehen sich „mit der Geduld am Ende“ und wollen Oberbürgermeister Klaus Muttach nach Mösbach zitieren, auf dass dieser im Stadtteilgremium Stellung nehme zum „schleppenden Fortgang“ im „Bühli“. Doch nicht nur die Stadtverwaltung sieht sich im Fokus des Mösbacher Unmuts, am „Pranger“ stehen auch private Grundstücksbesitzer, denen öffentlich vorgeworfen wird, Maßnahmen allgemeinen Interesses zu blockieren. Den bisherigen Höhepunkt markiert ein gestern im ABB gedruckter Leserbrief, mit dem sich ein gar von „Enteignung“ bedrohter Betroffener zu wehren versucht.

Es gilt die alte Regel: Man wird stets beide Seiten hören müssen. Der Teufel steckt bekanntlich im Detail – wie eben auch das Beispiel des Neubaugebiets „Bühli“ zeigt. Hier mag es wohl auch unterschiedliche Interessen bei den Grundstücksbesitzern geben, Fakt ist aber auch, dass die Erschließung angesichts der schwierigen topografischen Lage mit einem hohen technischen und finanziellen Aufwand verbunden ist. Und der wiederum hat Auswirkungen auf den Preis der künftigen Bauplätze.
Es ist an der Zeit, einen Gang zurückzuschalten und das Gespräch miteinander zu suchen. Damit sich wieder die oft beschworenen „paradiesischen Zustände“ im Dorf wieder einstellen. Michael Moos

 
Wie wahr, wie wahr...